Aromatasehemmer und Antiöstrogene


 

Im Muskelaufbau ist es nicht unüblich „ein bisschen nachzuhelfen“ und den Muskelaufbau zu beschleunigen. Zu den „Klassikern“ gehören anabole Steroide, auch bekannt als Anabolika, die jedoch leider nicht ganz ohne Nebenwirkungen sind, wenn man sie über einen längeren Zeitraum in hohen Dosierungen anwendet. Eine der häufigen Nebenwirkungen ist die Gynäkomastie, das männliche Brustwachstum. Als Folge von Anabolika verursachen eine verminderte Testosteronproduktion oder ein Überschuss des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen das männliche Brustwachstum.

 

Einfach so mal eben zum Arzt gehen, ist nicht, denn die betroffenen Männer müssten offen kommunizieren verbotene Substanzen anzuwenden. Was also tun, wenn das männliche Brustwachstum auftritt? Aromatasehemmer und Antiöstrogene. So einfach ist die Lösung? Nicht ganz, denn sowohl Aromatasehemmer als auch Antiöstrogene sind Arzneimittel und gehören im Bodybuilding / Muskelaufbau zu den verbotenen Substanzen.

 

➥ Aber was können Aromatasehemmer und Antiöstrogene eigentlich? Zu welchem Zweck wurden sie ursprünglich entwickelt und wie wirken sie im Körper des Mannes? Ich habe recherchiert, denn ich finde das Thema der Nebenwirkungen von Anabolika wird viel zu wenig behandelt. Ich hab die wichtigsten Infos für dich zusammengefasst und hoffe, dass sie dir helfen.

 

 


 

★ Was sind Aromatasehemmer?

 

Aromatasehemmer sind eine Wirkstoffgruppe, die die Östrogenbildung hemmen und in der Behandlung von Brustkrebs eingesetzt werden. Zur Wirkstoffgruppe der Aromatasehemmer gehören die Wirkstoffe Anastrozol, Letrozol und Exemestan / Aromasin. Brustkrebs wird häufig über das weibliche Sexualhormon Östrogen beeinflusst, das als krebsverursachend gilt.



➥ Zu unterscheiden sind Aromatasehemmer und Antiöstrogene in der Behandlung von Frauen mit Brustkrebs und spielen aufgrund dessen auch nachfolgend eine Rolle. Während Frauen mit einer Brustkrebserkrankung nach den Wechseljahren überwiegend mit Aromatasehemmern behandelt werden, werden Antiöstrogene vor den Wechseljahren zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt. Frauen vor den Wechseljahren dürfen nicht mit Aromatasehemmern behandelt werden, da infolgedessen die typischen Symptome der Wechseljahre ausgelöst werden. Hinzu kommt, dass die beiden Wirkstoffe Anastrozol und Letrozol nicht die Aromatasebildung in den Eierstöcken hemmen und so wirkungslos wären.

 

 

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★ Wie wirken Aromatasehemmer?

 

Um die Wirkung von Aromatasehemmern erklären zu können, muss man zunächst einmal wissen, was Aromatase überhaupt ist. Aromatase ist ein Enzym, das im Körper des Menschen wesentlich an der Produktion des Östrogens beteiligt ist. Das Enzym Aromatase stellt Östrogen aus den Hormonen Androstendion und Testosteron her. Bei Frauen in den Wechseljahren findet die Produktion der Östrogene überwiegend in den Eierstöcken statt. Nach den Wechseljahren stellen die Eierstöcke ihre Aktivität überwiegend ein.



Leider werden dann das Enzym Aromatase und Östrogene in anderen Körperzellen erhalten. Leider, weil auch Brustkrebszellen Aromatase herstellen können und damit das krebsfördernde Östrogen produzieren. Aromatasehemmer sollen nun die Produktion des Enzyms Aromatase verhindern und infolgedessen auch das krebsfördernde Östrogen hemmen. Aromatasehemmer sind vereinfacht beschrieben die Nachfolgebehandlung von Antiöstrogenen, denn sie werden nur eingesetzt, wenn die Behandlung mit Antiöstrogenen nicht mehr ausreicht.



➥ So, du weißt nun, wie Aromatasehemmer in der Medizin eingesetzt werden und, dass sie die Hauptaufgabe haben, die Östrogenbildung im Körper stark zu reduzieren oder vollständig zum Erliegen zu bringen. Der Sinn in der Brustkrebsbehandlung dürfte klar sein, aber warum wird die Wirkstoffgruppe überhaupt im Zusammenhang mit Anabolika interessant?

 


 

★ Unterschied zwischen Antiöstrogenen und Aromatasehemmern

 

Bevor ich die Frage nach dem Sinn im Zusammenhang mit Anabolika beantworten kann, muss ich erst kurz den Unterschied zwischen Antiöstrogenen und Aromatasehemmern erklären. Die Wirkung der Antiöstrogene unterscheidet sich nach dem Wirkstoff. Da meine Infos in Zusammenhang mit dem Thema Muskelaufbau und Anabolika stehen, hab ich die Wirkstoffe rausgesucht, die für die Reduzierung von Nebenwirkungen nach dem Anabolikagebrauch am häufigsten angewendet werden: Tamoxifen und Clomifen.



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Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs) wie Tamoxifen sind noch relativ neu antiöstrogen wirkende Substanzen, deren Wirkung noch nicht vollständig geklärt ist. Man geht aber zum derzeitigen Stand der Forschung davon aus, dass Tamoxifen ähnliche Effekte auslöst wie Östrogene, ohne, dass die Substanz Nebenwirkungen auf die Brust und Gebärmutter hat. Clomifen verhindert die Bindung von Östrogenen an die entsprechenden Bindungsstellen der Hirnhangdrüse. Die Hirnhangdrüse bekommt nun den Eindruck, dass zu wenig Geschlechtshormone produziert werden und schüttet vermehrt FSH und LH aus. Warum das nützlich sein kann, erklär ich gleich.



➥ Aromatasehemmer sind zu unterscheiden in steroidale und nicht-steroidale Hemmstoffe. Anastrozol und Letrozol sind nicht-steroidale Hemmstoffe und Exemestan / Aromasin ist ein steroidaler Hemmstoff. Aromatasehemmer bringen die körpereigene Produktion von Östrogen vollständig zum Erliegen und wirken auch dann noch, wenn Antiöstrogene keine oder keine ausreichende Wirkung gezeigt haben.

 

 


 

★ Aromatasehemmer und Antiöstrogene gegen Gynäkomastie

 

Also, kommen wir endlich zum Thema Aromatasehemmer und Antiöstrogene gegen Gynäkomastie. Im Allgemeinen blockieren Aromatasehemmer das Aromatase Enzym, das Androgene in Östrogene umwandelt. Der beliebteste Aromatasehemmer ist Anatrozol, das auch bekannt unter dem Markennamen „Arimidex“ ist. Die Halbwertzeit beträgt 40-50 Stunden. Das macht den Aromatasehemmer so beliebt, denn er muss nur alle 2-3 Tage angewendet werden.

Beliebt und bekannt ist auch der Aromatasehemmer Letrozol, der bekannt ist unter dem Markennamen „Femara“. Letrozol wirkt etwas schwächer als Anatrozol, hat aber etwa die gleiche Halbwertzeit und die gleiche Dosierung.



Am effektivsten wirkt Aromasin, das die Aktivität des Aromatase-Enyzms nicht nur mindert, sondern deaktiviert. Täglich mit 25mg angewendet, sinkt der Östrogenspiegel um 98%.



➥ Aromatasehemmer werden also angewendet, um die Verweiblichung zu stoppen und einer Gynäkomastie vorzubeugen oder zu reduzieren. Aber wieso ist das überhaupt notwendig? Die Erklärung ist relativ einfach. Das Muskelwachstum hängt wesentlich vom Testosteronspiegel im Körper ab. Je höher der Testosteronspiegel, umso effektiver das Muskelwachstum. Allerdings wird ein Teil des körpereigenen Testosterons in Östrogene umgewandelt, also in weibliche Hormone. Das führt zu unerwünschten Nebenwirkungen, wie zum Beispiel der Gynäkomastie, also dem männlichen Brustwachstum. Werden Aromatase blockiert, blockiert der Anwender auch die Menge des biologisch verfügbaren Testosterons und infolgedessen auch die Aromatisierung von Testosteron in Östrogene.

Eines der bekanntesten Antiöstrogene im Muskelaufbau ist Tamoxifen.

Tamoxifen ist ein recht schwaches Antiöstrogen und wird angewendet, um der Gynäkomastie vorzubeugen und sie abzuschwächen. Das Antiöstrogen Tamoxifen wirkt direkt an den Rezeptoren der Brustdrüsen. Oft wird angenommen, dass sich die Wirkung auf das Fettgewebe bezieht. Das ist falsch und erklärt die mögliche Erhöhung der Wasserspeicherung, die möglicherweise eine Formverschlechterung zur Folge hat. Allerdings wirkt das Antiöstrogen Tamoxifen stark auf den Anstieg des Testosteronspiegels und wird in der Regel als Post-Cycle-Therapie eingesetzt. Hier soll es sogar besser wirken als, das ebenfalls bekannte, Clomifen.

Dieser Effekt ist nach einer stark androgenen Kur sogar erwünscht, denn nicht selten liegt der Testosteronspiegel nach einer solchen Kur im Keller. Nun kann man also mit Tamoxifen die Gynäkomastie behandeln und auch gleichzeitig die Ausschüttung des FSH (follikelstimulierendes Hormon) und des LH (luteinisierendes Hormon) erhöhen. Das führt zu einem Anstieg des Testosteronspiegels, denn die Hoden sind nun wieder in der Lage vermehrt Testosteron zu produzieren.

 

 


 

★ Verursachen Aromatasehemmer / Antiöstrogene Nebenwirkungen?

 

Ja, sowohl Aromatasehemmer als auch Antiöstrogene können Nebenwirkungen verursachen. Möglich sind Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Sehstörungen. Vereinzelt kommt es auch zu einer Reduzierung der IGF-1 Bildung in der Leber. Das hat zur Folge, dass die IGF-1 Werte im Blut sinken. Negativ für den Anwender, denn viele Steroide wirken über IGF-1. Anwender, die stark androgene Steroide einsetzen, werden allerdings weniger betroffen sein als Leute, die relativ gering dosieren. Sie sollten Steroide und Aromatasehemmer nicht gleichzeitig anwenden.



Außerdem sind Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Benommenheit, innere Unruhe, Verstimmungen, Schwindel und depressive Verstimmungen möglich.



Frauen, die Aromatasehemmer oder Antiöstrogene anwenden, sollten nicht gleichzeitig mit der Pille verhüten, da sich beide Substanzen in der Wirkung gegenseitig aufheben.

 


 

★ Anabolika und Gynäkomastie

 

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Da weder Aromatasehemmer noch Antiöstrogene eine muskelaufbauende Wirkung haben, stehen beide Wirkstoffgruppen also nur in indirektem Zusammenhang zum Muskelaufbau. Es geht in erster Linie darum die Gynäkomastie, also das männliche Brustwachstum, zu minimieren oder zu vermeiden. Ein unerwünschter Nebeneffekt, wenn anabole Steroide im Muskelaufbau angewendet werden.



Um das Muskelwachstum zu beschleunigen und den Trainingseffekt zu verstärken, werden anabole Steroide zugeführt. Die bekannten Präparate basieren nahezu alle auf dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron. Eine starke Erhöhung des Testosteronspiegels über Steroide hat zur Folge, dass ein Teil des Testosterons aromatisiert, also in Östrogen umgewandelt wird.

Zu unterscheiden sind die anabole und die androgene Wirkung. Während die anabole Wirkung den gewünschten Effekt des Muskelaufbaus erzielt, wenn gleichzeitig intensiv trainiert wird, hat die anabole Wirkung der Steroide den Nachteil, dass sie sich auf die inneren und äußeren Geschlechtsmerkmale auswirkt. Dazu gehört auch die Gynäkomastie, die Verweiblichung der männlichen Brust.

Nun könnte man sich die Frage stellen, warum denn überhaupt aromatisierende Steroide angewendet werden, wenn die Alternative nicht-aromatisierender Steroide vorhanden ist? Die Antwort ist ganz einfach. Aromatisierende Steroide haben einen deutlich besseren Einfluss auf das Muskelwachstum. Also verzichten Anwender nicht auf die Erfolge und nehmen stattdessen die Nebenwirkungen in Kauf, die wiederum mit Substanzen aufgehoben werden sollen.

 

 


 

★ Behandlung von Gynäkomastie und Post-Cycle-Therapie

 

Mein Fazit:

Wann eignen sich Aromatasehemmer und Antiöstrogene überhaupt? Zur Prävention und Behandlung von Gynäkomastie und als Post-Cycle-Therapie sowie um erhöhte Blutfettwerte zu senken, können Aromatasehemmer und Antiöstrogene angewendet werden. Doch Vorsicht. Es gibt einen signifikanten Unterschied beider Östrogenblocker.



➥ Aromatasehemmer sollten nur während einer Diät angewendet werden, wenn der Fettabbau massiv unterstützt werden soll. Anwender sollten immer im Auge behalten das Östrogen nicht vollständig zu blockieren, sondern stattdessen einen moderaten Wert zu erreichen. Da Östrogen leicht anabol wirkt und zugleich die Blutfettwerte positiv beeinflusst, ist ein Senken des Östrogenspiegels durchaus sinnvoll, ein komplettes Blockieren aber nicht. Blockiert der Anwender seinen Östrogenspiegel komplett, müsste er wiederum Substanzen einsetzen, die die Blutfettwerte normalisieren.

 

 


 

★ Sind Aromatasehemmer und Antiöstrogene legal?

 

Ich gehe nur der Form halber auf diesen Aspekt ein. Wenn du nicht gerade absoluter Neuling auf diesem Gebiet bist, wirst du dir wahrscheinlich schon denken können, wie die Antwort lautet. Nein, Aromatasehemmer und Antiöstrogene sind im Wettkampf verbotene Substanzen. Nimmst du nicht an Wettkämpfen teil, wird es niemanden interessieren, welche Substanzen du einsetzt. Als Wettkampfathlet solltest du aber wissen, dass Aromatasehemmer und Antiöstrogene illegale Substanzen sind.



Aromatasehemmer und Antiöstrogene sind seit dem Jahr 2001 verboten und wurden bis 2002 in der Gruppe der Peptidhormone geführt. Ab 2003 sind sie in der Wirkstoffgruppe „Substanzen mit antiöstrogener Wirkung“ geführt. Die Begründung ist ganz einfach. Für Männer gibt es keine medizinische Indikation Aromatasehemmer und Antiöstrogene anzuwenden. Infolgedessen lässt die Anwendung nur den Rückschluss zu, dass die Nebenwirkungen anaboler Steroide minimiert werden sollen. Da diese natürlich auch verbotene Substanzen sind, kann das Verbot nur eine logische Schlussfolgerung sein.



Ich möchte dich nur darauf hinweisen. Genauso sollst du meine Infos nicht als Aufforderung verstehen, lediglich als Informationsquelle. Was du daraus machst, ist allein deine Entscheidung.

 

 

 



 

★ Mein Favorit für den Muskelaufbau ★

Die besten Ergebnisse erziele ich seit einigen Monaten mit diesem Präparat, anschauen lohnt sich defintiv..

 



 

 

Ich wünsche dir mega Erfolg beim Transformieren!

 

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