Anabole Steroide richtig absetzen2019-04-23T14:34:21+00:00

Anabole Steroide richtig absetzen

Absetzen von Anabolika / Steroiden: 

Das Motto „Keine Wirkung ohne Nebenwirkung“ trifft auf (fast) alle möglichen Medikamente und damit auch auf Steroide zu. Während der Einnahme von Steroiden wachsen die Muskeln, die Kraft, die Motivation und das auf eine Weise, wie es unter natürlichen Umständen nicht möglich ist. Natürlich wird dafür hartes Training und eine gute Ernährung vorausgesetzt.

 

Es gibt aber auch viele Schattenseiten von Steroiden. Dazu gehören die akuten (direkt auftretenden), eher kosmetischen und nicht tödlichen Nebenwirkungen, wie z.B. Akne, Kopfhaarverlust oder Gynokämastie. Dann gibt es noch die gravierenden Nebenwirkungen, die tödlich verlaufen können. Dazu gehören Bluthochdruck oder Nieren- und Leberschäden.

 

Treten diese Nebenwirkungen auf bemerkt man sie oft gar nicht, da sie häufig keine direkten Beschwerden, wie Schmerzen, verursachen. Über einen langen Zeitraum jedoch können diese Nebenwirkungen zum Tod führen und zwar durch Organversagen, Herzinfarkt oder tödliche Herzrhythmusstörungen. [1] Alle genannten Nebenwirkungen sind individuell und abhängig von den verwendeten Mitteln, der Dosierung und letztlich auch von der Genetik.

 

Allerdings passiert eines bei allen Steroiden und bei jedem Anwender ausnahmslos: Die körpereigene Testosteronproduktion wird gegen Null gedrückt. [2]

 

Während der Kur ist das auch nicht weiter wichtig, da ja genügend Sexualhormone von außen zugeführt werden. Problematisch wird es nur, wenn man die Steroide absetzen möchte, denn das Testosteron hat im männlichen Körper viele wichtigen und gesundheitsförderlichen Funktionen. Testosteron sorgt für ein gutes Wohlbefinden, Durchsetzungs- und Durchhaltevermögen, einen gesunden Sexualtrieb (Libido) und natürlich Muskelaufbau.

 

Außerdem verringert ein ausreichend hoher Testosteronspiegel im männlichen Körper das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein niedriger oder nicht vorhandener Testosteronspiegel, wie der eines 8-jährigen Mädchens, ist alles andere als angenehm und gesund für den Mann. Deshalb ist es wichtig nach dem Absetzen einer Kur die körpereigene Testosteronproduktion schnellstmöglich wieder hochzufahren. Wie das funktioniert, wird im folgenden Artikel erklärt.


Was passiert während einer Anabolika Kur?

Unter einer Kur versteht man üblicherweise das Zuführen von diversen leistungssteigernden Mitteln. Dazu gehören auch die anabolen-androgenen Steroide (AAS); Beispiele sind Testosteron oder Testosteron-Abkömmlinge, wie Nandrolon. Diese verursachen einen negativen Feedback-Mechanismus an den körpereigenen, testosteronproduzierenden Regelkreislauf – die sogenannte „Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse“. Diese besteht, wie der Name schon sagt, aus drei Teilen. Zum einen aus dem Hypothalamus, der Hypophyse bzw. dem Hypophysenvorderlappen und den Gonaden bzw. den Hoden.

 

Der Kreislauf zur Testosteronproduktion läuft ohne Zufuhr von Steroiden wie folgt ab: Der Hypothalamus schüttet als Erstes das Hormon „GnRH“ (Gonadotropin Releasing Hormone) aus. Dieses „GnRH“ gibt der Hypophyse (Hypophysenvorderlappen) das Signal die Hormone FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon) frei zu setzen. Im nächsten Schritt gibt das FSH den sogenannten „Sertolli-Zellen“ in den Hoden das Signal Spermien zu produzieren. Das LH signalisiert den sogenannten „Leydig-Zellen“ in den Hoden Testosteron zu produzieren. Dabei misst der Hypothalamus fortlaufend das Testosteron und veranlasst, je nach Bedarf, daraufhin die Ausschüttung von GnRH, wodurch LH, FSH und dadurch Testosteron. Das Ziel ist ein gleichbleibender, gesunder Testosteronspiegel. [3]

 

So reagiert der Körper auf die Einnahme von Anabolika

Werden nun von außen anabole-androgene Steroide zugeführt, so registriert der Körper dies. Er merkt, dass genügend Sexualhormone bzw. Testosteron vorhanden ist und stellt deshalb die körpereigene Testosteronproduktion ein. Denn wozu soll der Körper unnötig Energie verschwenden und selbst Testosteron produzieren, wenn es nicht notwendig ist? Das führt natürlich zu Problemen, wenn man die Steroide absetzt. Denn der Körper muss erstmal aus dem Schlafmodus aufwachen. Um ihn schneller zum Aufwecken bzw. dem Hochfahren der körpereigenen Testosteronproduktion zu bringen, macht man eine sogenannte „Post Cycle Therapy“.


Kalt absetzen?

Es sollte keine Option sein, Steroide kalt – also einfach von heute auf morgen ohne jegliche weiteren Maßnahmen – abzusetzen. Denn dadurch wird man mehr Muskulatur verlieren als mit einem guten Absetzprogramm und die unangenehme Übergangsphase bis die körpereigene Testosteronproduktion angesprungen ist, wird unnötig verlängert. Die Absetzphase ist sehr katabol und deshalb sollte man den Körper schnellstmöglich dazu bringen selbst wieder Testosteron zu produzieren.

 

Während der Kur läuft der Muskelaufbau auf Hochtouren. Es sind unnormal hohe Mengen an anabolen Stoffen im Körper vorhanden und die Proteinbiosynthese, die Regeneration und damit der Muskelaufbau könnten nicht besser laufen. Allerdings produziert der Körper zu dem Zeitpunkt kein eigenes Testosteron mehr (über Gnrh, LH und FSH, dann Testosteron). Lässt man nun die Steroide einfach weg, so sinkt der Wirkstoffspiegel der Steroide langsam ab bis er gegen Null fährt. In Abhängigkeit der Halbwertszeit (die Zeit, nach der der Stoff nur noch zur Hälfte im Körper vorhanden ist und damit ein Maß für die Abbaugeschwindigkeit eines Medikaments) geht das schneller oder langsamer; aber irgendwann kommt der Punkt. Ab diesem Zeitpunkt hat man also einen Testosteronspiegel von ungefähr Null.

 

Das bedeutet, unter anderem, dass das Wohlbefinden sinkt, der Sexualtrieb kaum noch vorhanden ist und die aufgebaute Muskulatur dahinschwindet. Letzteres ist aber auch davon abhängig, wie man sich nach dem Absetzen ernährt und trainiert und wie weit man über dem natürlichen Muskelaufbaulimit ist. Jemand der 120 kg trocken wiegt, wird mehr verlieren als jemand der nahe am genetischen Limit ist. Was noch hinzukommt ist, dass die katabolen (abbauenden) Hormon, wie beispielsweise Cortisol ansteigen. Mit kaltem Absetzen kann es unter Umständen bis zu 2 Jahren dauern bis der Körper wieder Testosteron produzieren kann. Mit einer anständigen PCT kann es aber viel schneller gehen.


Wie sieht ein optimales Absetzen aus?

Ein gutes Absetzprogramm besteht aus mehreren Komponenten bzw. Medikamenten. Es handelt sich hier um einen Selektiven Östrogenrezeptormodulator (z.B. Tamoxifen, Clomifen), einen Aromatase-Hemmer (z.B. Exemestan) und HCG. Diese greifen an bestimmten Stellen der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse ein und sorgen so final für eine Stimulation der körpereigenen Testosteronproduktion.

 

Die bekanntesten Selektiven Östrogenrezeptormodulatoren – auch „SERM“ genannt – sind Clomifen und Tamoxifen. Selektiv bedeutet, dass sie an unterschiedlichen Stellen im Körper unterschiedliche Wirkungen entfalten. Im bestimmten Körperbereichen agieren SERM als Östrogenblocker und in manchen Körperbereichen agieren sie als Östrogen. SERM blockieren im Brustgewebe beispielsweise die Östrogenrezeptoren, sodass dort kein Östrogen mehr andocken kann. Dadurch wird eine Gynokämastie (Brustdrüsenwachstum bei Männern) verhindert. Dahingegen fungieren SERM als Östrogen in Bezug auf die Blutfettwerte, sodass u.a. in Folge die Knochendichte steigt und der Cholesterinspiegel gesenkt wird.

 

[4] Was SERM, wie Tamoxifen oder Clomifen, für das Absetzen interessant macht, ist der Fakt, dass sie im Hypothalamus und in der Hypophyse als Antiöstrogene fungieren: Das SERM blockiert die Östrogenrezeptoren im Hypothalamus und gaukelt dem Körper somit vor, dass der Östrogenspiegel zu niedrig ist. Jedoch benötigt auch der männliche Körper Östrogen und will es deshalb produzieren. Der Mann kann Östrogen allerdings nur über Testosteron produzieren (bzw. über Umwandlung von Testosteron in Östrogen durch das Enzym „Aromatase“). Deshalb bemüht sich nun der Körper Testosteron zu produzieren und zwar über den gewohnten Weg: GnRH->LH,FSH->Testosteron. Die Achse wird über die Einnahme von SERM also ausgetrickst und dazu animiert Testosteron zu produzieren.

 

Ich würde empfehlen von der Einnahme von Clomifen abzusehen, da sich herausgestellt hat, dass 20 mg Tamoxifen etwa dieselbe Wirkung wie 150 mg Clomifen haben. Man darf nicht vergessen, dass es sich hier um verschreibungspflichtige Medikamente handelt, die ebenfalls Nebenwirkungen mit sich bringen. Jedoch werden die Nebenwirkungen  bei 20 mg Tamoxifen wohl wahrscheinlich geringer als bei 150 mg Clomifen sein.

 

Häufig liegt das Problem eines langsamen Anspringens der körpereigenen Testosteronproduktion an der Desensibilisierung der Leydig-Zellen in den Hoden. Um dem entgegen zu wirken, sollte HCG (Humanes Choriogonadotropin) zugeführt werden. Denn HCG bringt den „unteren“ Teil der Achse, die Hoden bzw. die dort befindlichen Leydig-Zellen wieder zum Anspringen. Direkt nach einer Kur sind die Hoden meist stark geschrumpft, da ihre Testosteronproduktions-Funktion während der Kur nicht benötigt wird. Diese Schrumpfung hat ebenfalls negative Auswirkung auf die Testosteronproduktion und HCG wirkt dem entgegen. HCG ist ein LH-Analogum, was bedeutet, dass es quasi ein synthetisch hergestelltes LH ist und exakt dessen Funktion übernimmt.

 

[5] Die Funktion von LH ist, wie im vorigen Text erläutert, den Leydig-Zellen zu signalisieren Testosteron zu produzieren und genau das tut HCG auch. Durch die Einnahme von HCG produziert der Körper Testosteron (insofern kein Defekt der Leydig-Zellen vorliegt). Außerdem werden die Leydig-Zellen wieder zum Arbeiten angeregt. Allerdings versucht der Körper dauernd ein Gleichgewicht zwischen Testosteron und Östrogen zu erhalten, sodass ein Teil des Testosterons in Östrogen umgewandelt wird. Durch diese Östrogenerhöhung kann es zu östrogenbedingten Nebenwirkungen wie Wassereinlagerung und Gynokämastie kommen.

 

Um östrogenbedingte Nebenwirkungen zu verhindern, sollte man in der Phase, in welcher HCG eingesetzt wird, einen Aromatase-Hemmer einsetzen. Außerdem sind Aromatase-Hemmer direkt nach der letzten Einnahme des Steroids zu empfehlen, da zu diesem Zeitpunkt noch ein hoher Testosteron- und meist hoher Östrogenspiegel vorliegt. Aromatase-Hemmer verhindern die Umwandlung von Testosteron in Östrogen, in dem sie die Aktivität des dafür verantwortlichen Enzyms „Aromatase“ hemmen.

 

Konkret läuft es so ab: Testosteron dockt an dem Enzym „Aromatase“ an und wird durch dieses in Östrogen umgewandelt und freigesetzt. Der Wirkstoff Exemestan verhindert die Umwandlung, indem es an das Aromatase-Enzym bindet und es dadurch irreversibel (unumkehrbar) deaktiviert. Das Aromatase-Enzym wird also quasi zerstört. [6]

 

Es gibt auch noch andere Aromatase-Hemmer, wie beispielsweise Anastrozol und Letrozol. Diese hemmen das Aromatase-Enzym reversibel (umkehrbar). Anastrazol und Letrozol docken an das Aromatase-Enzym an und verhindern dadurch, dass Testosteron dort andocken und in Östrogen umgewandelt werden kann. Mit der Zeit löst sich der Aromatase-Hemmer und Testosteron kann wieder andocken.

 

Für das Absetzen sollte der irreversible Aromatase-Hemmer Exemestan eingesetzt werden werden, da die Wirkung von Exemestan nicht durch Tamoxifen beeinträchtigt wird. Dahingegen wird beispielsweise der Wirkstoffspiegel und somit die Wirkung des reversiblen Aromatase-Hemmers Letrozol durch Tamoxifen bedeutend gesenkt.[7]


Wie setzt man konkret ab?

Nun weißt du, welche die typischen Absetzmedikamente sind und warum sie eingesetzt werden. Nun gebe ich dir ein Schema dafür, welches konkrete Mengen und Zeitpunkte liefert. Es ist kein fixes Schema, ergibt aber auf jeden Fall sehr viel Sinn.

HCG:

HCG ist nicht immer nötig, aber bei sehr hoch dosierten oder langen Kuren durchaus empfehlenswert. Das HCG sollte direkt nach der letzten Injektion des Steroids eingenommen werden. In der Vergangenheit hat man riesige Dosen von 5000 I.E. bis 10000 I.E. eingesetzt – und zwar auf einmal. Davon ist definitiv abzuraten. Zum einen, weil dadurch die Leydig-Zellen in den Hoden irreversibel geschädigt werden können, sodass sie kein Testosteron mehr produzieren können und man für den Rest des Lebens auf exogenes Testosteron angewiesen ist. Zum anderen aber, weil eine solch hohe Dosierung keinen Vorteil in der Sensibilisierung bringt. Mehr ist nicht immer mehr.

 

Eine HCG-Einnahme über 3-4 Wochen mit 500 I.E. alle 2-3 Tage rüttelt die Leydig-Zellen in optimaler Weise wieder wach und macht sie sensibler auf LH. Wie regt man nun LH an? Das passiert mit dem SERM.

 

SERM:

Parallel zum HCG beginnt man mit dem SERM. Wie erwähnt sollte Tamoxifen zum Einsatz kommen. Man kann die ersten sechs Wochen 20 mg Tamoxifen einnehmen, die darauffolgenden zwei Wochen 10 mg und dann für zwei Wochen 5 mg einnehmen. Durch das Ausschleich-Schema erhält der Körper anfangs, wenn die Testosteronproduktion noch stark runtergefahren ist mehr externen Stimulus, um Testosteron zu produzieren. Mit der Zeit gibt man dem Körper weniger Stimulation und führt ihn schrittweise an eine vollständig eigene Testosteronproduktion heran. Tamoxifen sollte abends vor dem Schlafen eingenommen werden, um so die Nebenwirkungen auf die Stimmung (z.B. erhöhte Emotionalität) zu verringern.

 

Aromatase-Hemmer:

Ebenfalls parallel zum HCG beginnt man die Einnahme von Exemestan und zwar in einer Dosierung von 6,25 mg bis 12,5 mg alle 2 Tage. Die Einnahme von Exemestan endet eine Woche nach dem Beenden des HCGs.

 

Das ganze Absetzschema findet sich nochmal in folgender Tabelle übersichtlich zusammengefasst.

Woche HCG Tamoxifen Exemestan*
1 500 I.E. alle 2-3 Tage 20 mg / Tag 6,25 mg bis 12,5 mg alle 2 Tage
2 500 I.E. alle 2-3 Tage 20 mg/ Tag 6,25 mg bis 12,5 mg alle 2 Tage
3 500 I.E. alle 2-3 Tage 20 mg / Tag 6,25 mg bis 12,5 mg alle 2 Tage
4 20 mg/ Tag 6,25 mg bis 12,5 mg alle 2 Tage
5 20 mg / Tag
6 20 mg / Tag
7-8 10 mg / Tag
9-10 5 mg / Tag

*Anzumerken ist, dass die Dosierung der Exemestan optimalerweise in Abhängigkeit des Östrogenspiegels erfolgen sollte, welchen man über eine Blutentnahme messen lassen kann. Der Östrogenspiegel sollte nicht zu niedrig, sondern in der Norm sein.

 

Test, ob die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden Achse noch funktioniert?

Falls es jemanden interessiert, ob und welche Teile der Achse noch funktionieren, kann man dies über Bluttests feststellen. Dieser Punkt ist insbesondere interessant, falls über lange Zeit und/oder sehr hochdosiert anabole-androgene Steroide zu sich genommen wurden.


Test für die Funktionsfähigkeit der Hoden bzw. der Leydig-Zellen

Um zu prüfen, ob der „unterste“ Teil der Achse noch funktioniert, sollte man ca. 12 Stunden nach der letzten HCG-Injektion den Testosteron-Wert messen lassen. Ist dieser merklich erhöht, so funktioniert hier noch alles. Dies ist das Vorgehen im Rahmen des obigen Absetzprogramms.

 

Idealerweise wäre es unabhängig vom Absetzen und zwar so:

Steroide absetzen für 4 Wochen und Testosteronwert messen lassen

500 I.E. HCG alle 2 Tage über 2 Wochen zuführen und Testosteronwert ca. 12 Stunden nach der letzten HCG-Injektion messen lassen:

Ist der Wert merklich über dem Wert der ersten Testosteronmessung, ist alles in Ordnung

Andernfalls eventuell einen Endokrinologen aufsuchen

 

Test für die Funktionsfähigkeit von Hypothalamus und Hypophyse:

LH und FSH-Wert nach der letzten Injektion (vor Start des Absetzprogramms) messen

Nach Woche Sechs und Zehn (im Rahmen des Absetzprogramms) sollte man LH und FSH messen lassen

Sind LH und FSH merklich erhöht, ist hier alles in Ordnung

Andernfalls eventuell einen Endokrinologen aufsuchen


Weitere Tipps, um die Achse schneller anzuschmeißen bzw. die Muskeln zu erhalten!

Training 

Das Training in der Absetzphase sollte kurz und hart gestaltet werden. Das Training sollte nicht einfach blind fortgeführt werden, wie es in der Kur war. Man muss bedenken, dass der Körper und das zentrale Nervensystem in einer Kur zwar nicht unzerstörbar sind, aber durchaus einiges Mehr abkönnen.

 

Der Körper ist überflutet von anabolen Stoffen, die die Muskelproteinsynthese und die Regeneration der Muskeln auf Hochtouren ablaufen lassen. Dadurch kann der Körper ein sehr hohes Volumen und auch eine hohe Intensität verkraften. In der PCT ist genau das Gegenteil der Fall: Die anabolen Hormone sind fast oder vollständig auf Null reduziert und katabolen Hormone, wie Cortisol, sind stark erhöht.

 

Der Athlet sollte das Volumen (Satz-Zahl) also reduzieren und versuchen das Gewicht auf der Stange gleich hoch bleiben zu lassen. Ebenso sollte die Trainingsdauer etwas im Auge behalten werden, maximal 75 Minuten sind ein guter Richtwert; denn ab einer Stunde Training steigt der Cortisolspiegel an und das ist in so einer sensiblen Phase von Relevanz.

 

Ernährung

Anabole-androgene Steroide erhöhen die Proteinbiosynthese enorm, weswegen in der Kur auf eine hohe Eiweiß-Zufuhr geachtet werden sollte. Nach der Kur ist dieser Umstand zwar nicht mehr gegeben, aber das Protein sollte auch hier hochgehalten werden, weil es die Muskeln vor einem Abbau schützt. Zu empfehlen sind während des Absetzens 2,5 – 3 Gramm Protein pro kg Körpergewicht.

 

Die hormonelle Lage in der Absetzphase ist nicht gerade optimal, also sollte man dem Körper zumindest genug Baumaterial, in Form von Kalorien geben, damit er nicht zusätzlich Muskeln abbaut. Ein Kalorienüberschuss von 300-400 Kalorien (über dem Grundumsatz) sind anzuraten.

 

Außerdem kann man durch die Zufuhr von genügend Fetten dafür sorgen, dass die Testosteronproduktion schneller anläuft und der Körper genug Material zur Herstellung von Testosteron zur Verfügung hat. Denn der Ausgangsstoff für die Testosteronproduktion in den Leydig-Zellen ist Cholesterin und Cholesterin dahingegen ist ein Teil von Fetten.[8]

 

Man sollte auf eine ausgewogene Mischung von mehrfach und einfach ungesättigten, gesättigten und Omega-3-Fettsäuren achten. Der gesamte Fettanteil in der Ernährung sollte etwa 30-40% ausmachen, was bei einer Kalorienzahl von 3000 Kcal ca. 900 – 1200 Kcal und umgerechnet 100- 133 Gramm Fett ausmacht.

 

Supplements

Cortisol hat im menschlichen Körper eine katabole (abbauende) Wirkung auf die Muskulatur und begünstigt den Fettaufbau. Für gewöhnlich ist Cortisol in der Absetzphase erhöht, was natürlich keine gute Voraussetzung ist, um Muskulatur zu erhalten. Deshalb ist man gut damit beraten Cortisol in dieser Zeit zu drücken.

 

Zu empfehlen sind 2-3 Gramm Vitamin C auf mehrere Portionen verteilt. Diese Zeitpunkte sollten während des Tages und vor allem um das Training herum sein. Darüber hinaus ist auch die Einnahme eines Cortisol-Blockers als durchaus positiv anzusehen.


Fazit

Die unangenehme Phase nach dem Absetzen von AAS lässt sich mit einem ausgeklügelten Absetzprogramm stark verkürzen. Es ist nicht sinnvoll ein Steroid kalt abzusetzen und zu erwarten, dass der Körper sich selbst innerhalb kürzester Zeit reguliert. Natürlich geht es, aber es ist alles andere als optimal. Denn in der Absetzphase kommt es zu Muskelverlust und einem schlechten Wohlbefinden (Ausnahmen bestätigen die Regel) – mit dem vorliegenden Programm erhältst du ein Beispiel wie es wesentlich schneller geht die körpereigene Testosteronproduktion wieder zu starten.

 

Quellen:
[1] https://www.ncbi.nlm.nih.cov/pubmed/20020375
[2] https://link.springer.com/chapter/10.100/978-3-642-70301-0_79
[3] https://edoc.ub.uni-muenchen.de/5689/1/Kistler_Luitpold.pdf, Seite 7
[4] Breast Cancer Res Treat. 2005 Oct; 93(3):277-87 / Treat Endocrinol. 2004;3(2):105-15. Review
[5] https://www.msd.de/fileadmin/files/gebrauchsinformationen/GI_Predalon_5000.pdf
[6] https://flexikon.doccheck.com/de/Aromatasehemmer?utm_source=DocCheck&utm_medium=DC%20Weiterfuehrende%20Inhalte&utm_campaign=DC%20Weiterfuehrende%20flexikon.doccheck.com
[7] https://www.onmeda.de/Medikamente/Tamoxifen+20+Heumann–nebenwirkungen+wechselwirkungen.html
[8] https://fet-ev.eu/fette-cholesterin/

Warum man keine Anabolika verwenden sollte