Nandrolon2018-12-05T23:31:11+00:00

➥ Wirkstoffname: Nandrolon

Handelsnamen: Deca Durabolin, Nadrolon Decanoate Norma, Retabolil, Extrabolin

➥ Herkunft von Nandrolon

Der Wirkstoff Nandrolon ist auch heutzutage noch offiziell, per Rezept, in der Apotheke mancher Länder verfügbar. Hierbei handelt es sich, zum Beispiel, um das Präparat mit dem Markennamen „Deca Durabolin“, welches Nandrolon Decanoat in einer Dosierung von 50mg/ml Injektionslösung enthält. Dieses Präparat wurde 1960 das erste Mal offiziell für den Arzneimittel-Markt in der Schweiz zugelassen. Deca Durabolin ist heutzutage außerdem in Österreich verfügbar.

Desweiteren wird Nandrolon Decanoat in Griechenland, unter dem Markennamen „Nandrolon Decanoat Norma“ mit einer Dosierung von 100mg/ml Injektionslösung vertrieben.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Präparate, wie „Retabolil“ und „Extraboline“, welche ebenfalls Nandrolon Decanoat enthalten.

➥ Darreichungsform & Einnahme

  • Ölige Injektionslösung
  • Gängige Dosierungen sind 25mg, 50mg, 100mg und 200mg je ml Injektionslösung

 

➥ Verfügbare Ester

Nandrolon Decanoat, Nandrolon Laurat, Nandrolon Undecanoat, Nandrolon Hexyloxyphenylpropionat, Nandrolon Phenylpropionat

➥ Verwendungszwecke von Nandrolon

  • Masseaufbau/Muskelaufbau; jedoch kommt es je nach Veranlagung auch zu Wasserspeicherung

 

➥ Gängige Dosierungen von Nandrolon

  • Steroidanfänger: keine Verwendung
  • Wettkampfbereich (Amateur): 250-500 mg pro Woche
  • Wettkampfbereich (Profi): 500-1000 mg pro Woche

➥ Halbwertszeit von Nandrolon & Injektionsintervall

  • Nandrolon Decanoat: ca. 10 Tage; Injektion alle 5-6 Tage
  • Nandrolon Laurat: ca. 8-9 Tage; Injektion alle 4-6 Tage
  • Nandrolon Undecanoat: 11 Tage; Injektion alle 6-7 Tage
  • Nandrolon Phenylpropionat: ca. 3 Tage; Injektion alle 2-3 Tage

➥ Nebenwirkungen

steroidtypische Nebenwirkungen, u.a. Bluthochdruck, Nasenbluten, Libidoverlust, Brustdrüsenwachstum und höhere Fett- und Wasserspeicherung, bei Frauen eine tiefere Stimme und Bartwuchs

➥ Nandrolon Charakteristik & Wirkungsweise

Nandrolon gehört zu den muskelwachstumsfördernden bzw. anabolen Stoffen, die am häufigsten verwendet werden. Nandrolon ist chemisch mit dem körpereigenen Testosteron verwandt. Jedoch ist es chemisch dahingehend verändert, dass das Kohlenstoffatom an der 19.Stelle des Testosteron-Moleküls fehlt; deshalb wird Nandrolon als 19-Nortestosteron bezeichnet. Dieses Molekül würde sehr schnell vom Körper verarbeitet werden – um aber eine langandauernde Wirkung zu erhalten, hat man verschiedene Ester (z.B. den Undecanoat-Ester) angefügt. Der Ester an sich hat keine Wirkung, sondert bindet den Wirkstoff. Mit der Zeit löst sich der Ester, wobei dadurch zeitgleich etwas vom eigentlichen Wirkstoff, Nandrolon, gelöst bzw. freigesetzt und aktiviert wird. Dadurch kommt es zu einer konstanten Wirkstoffspiegel und einer gleichmäßigen Wirkung. Nandrolon besitzt eine hohe anabole Wirkung und eine niedrige androgene Wirkung. Mit dieser Eigenschaft ist Nandrolon auch für Athletinnen interessant.

Die Wirkung des anabolen Stoffes liegt in der Stickstoffspeicherung und damit der Anregung der Muskelproteinsynthese im Muskel. Der enorm verbesserte Proteinstoffwechsel lässt die Muskeln schneller wachsen und man erzielt dadurch eine sehr schnelle Regeneration und zusätzlichen Kraftgewinn. Der stärkste Proteinstoffwechsel bringt allerdings nicht, wenn nicht genügend Baumaterial vorhanden ist. Bei der Verwendung von Nandrolon ist deshalb zu beachten, dass der Körper nur neues Muskelgewebe aufbaut, wenn ausreichend Kalorien und Proteine zugeführt werden.

Für eine kalorienreduzierte Diät oder zur Wettkampfvorbereitung eignet sich der anabole Stoff nicht, da Nandrolon in der Regel Wasser speichert. Da dieser Effekt am Östrogen bzw. Progesteron liegt, kann man selbst mit einer guten Ernährung nur bedingt Einfluss darauf nehmen, weshalb in einer Diät andere Stoffe zum Einsatz kommen sollten. Während der Aufbauphase wirkt Nandrolon am besten. Unterstützend kann der Athlet die Einnahme von Nandrolon mit mindestens einem Massesteroid kombinieren, zum Beispiel Testosteron oder Metandienon. Dies ist auch anzuraten, da Nandrolon alleine eingesetzt eine starke Unterdrückung der Potenz zur Folge hat.

Neben dem Muskelaufbau in der Aufbauphase hat Nandrolon einen weiteren nützlichen Effekt für den Athleten. Der anabole Stoff speichert Wasser in den Gelenken. Die Wasserspeicherung macht sich positiv bei regelmäßigem und schwerem Training bemerkbar. So berichten Athleten beispielsweise davon weniger Schulter- und Kniebeschwerden zu haben.

Nandrolon wird in der Muskelaufbauphase meist in einer Dosierung von 200-600 mg wöchentlich angewandt. Allerdings soll es auch Athleten -meist Wettkampf-Athleten-geben, die 1000 mg und mehr anwenden. Die Muskelaufbaukur dauert in der Regel 10-24 Wochen. Dabei sollte die Kurlänge vom Ester abhängig gemacht werden. Denn Nandrolon-Produkte mit Estern, die eine lange Halbwertzeit haben (z.B. Nandrolon Undecanoat) benötigen erst mal einige Zeit, um einen genügend hohen Wirkstoffspiegel im Körper aufzubauen. Diese Produkte sollten dann mindestens 10 Wochen zum Einsatz kommen. Ester, die schnell abgebaut werden -beispielsweise Nandrolon Phenylpropionat- können auch kürzere Zeit eingesetzt werden, da hier ein ausreichend hoher Wirkstoffspiegel schneller erreicht wird.

Auch für Frauen eignet sich der Wirkstoff Nandrolon. Athletinnen sollten Nandrolon mit 50-100 mg/Woche verwenden, allerdings wird die Einnahme häufig auf bis zu 200mg/Woche gesteigert. Auch hier sind die Nebenwirkungen wie stärkerer Bartwuchs und eine tiefere Stimme nicht zu vergessen, so dass Nandrolon bei Frauen nur Bedacht zum Einsatz kommen sollte.

 

➥Nebenwirkungen von Nandrolon

Der Wirkstoff Nandrolon hat durch seine chemische Struktur bestimmte Nebenwirkungen zur Folge, die einerseits schwächer im Vergleich zu anderen anabolen Steroiden sind und andererseits stärker ausgeprägt sind.

Nandrolon weist nur geringe androgene Nebenwirkungen auf: Es ist besonders schonend zu Prostata, Haut und Kopfhaaren, da es über einen speziellen Wirkmechanismus im Körper eine sehr geringe Androgenität aufweist. Nandrolon hat zwar eine androgene Komponente, jedoch wird Nandrolon über das Enzym 5alpha-Reduktase zu einer weniger androgenen Form – Dihydro-Nandrolon – umgewandelt und so in Prostata, Haut, Kopfhaaren in gewisser Weise deaktiviert.  Diese Eigenschaft macht Nandrolon besonders für Männer geeignet, die Probleme mit androgenen Nebenwirkungen haben. Ebenso eignet es sich deshalb für Frauen.

Die Schattenseite von Nandrolon ist die, je nach Genetik, auftretende Impotenz; zumindest wenn man es als alleiniges Steroid anwendet. Deshalb wird Nandrolon meistens in Kombination eines Steroids mit einer höheren androgenen Eigenschaft, wie beispielsweise Testosteron, angewendet. Dadurch kann man die Probleme in Bezug auf die Erektionsfähigkeit eindämmen.

Weiterhin sind „verweiblichende“ Nebenwirkungen bei Nandrolon relativ stark ausgeprägt. Dazu zählen Gynokämastie und Wassereinlagerungen (und dadurch eventuell Bluthochdruck). Diese Nebenwirkungen werden durch zuviel Östrogen und/oder Progesteron im Körper ausgelöst. Ein Aromatasehemmer (wie z.B. Arimidex), der die Umwandlung eines Steroids in Östrogen verhindert, scheint hier aber nicht zu wirken, da eher das Enzym „CYP2C11“ für die Umwandlung von Nandrolon in Östrogen verantwortlich ist.

Die Unfähigkeit eine Erektion zu bekommen bis hin zur temporären Impotenz, die erhöhte Wasser- und Fettspeicherung und das Brustdrüsenwachstum sind Nebenwirkungen von Nandrolon, die von Athleten außerdem mit der Einnahme weiterer Präparate bekämpft werden – zumindest wird es versucht. Zahlreiche Athleten berichten, dass die zusätzliche Einnahme von Stanozolol die Progesteronnebenwirkungen vermeidet. Da aber Stanozolol ernste Nebenwirkungen (Herz-Kreislauf-System) verursacht, sollte der Athlet die für ihn entstehenden Risiken mit seinem Nutzen der Einnahme genau abwägen.

Nandrolon wirkt sich stark negativ auf die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse aus. Das Steroid sorgt für eine starke Unterdrückung der körpereigenen Testosteron- und Spermienproduktion. Die Testosteronproduktion wird gehemmt, indem Nandrolon die Bildung von Luteinisierendem Hormon unterdrückt. Die Spermienproduktion wird durch die Drosselung des Follikelstimulierenden Hormons unterdrückt. Dieser Effekt bleibt auch nach dem Absetzen des Medikaments erhalten und es kann Monate oder Jahre dauern, bis der Körper wieder in der Lage ist selbstständig Testosteron und Spermien in ausreichender Menge zu produzieren. Das hat natürlich negative Konsequenzen für die Libido, die Standfestigkeit sowie die Fruchtbarkeit, sodass es schwierig sein kann in dieser Zeit Kinder zu zeugen. Diese Nebenwirkungen sind in den meisten Fällen allerdings reversibel.

Um den Körper zu unterstützen wieder leichter selbst LH, FSH und Testosteron zu produzieren, sollte Nandrolon 4 Wochen vor dem Testosteron abgesetzt werden. Das hilft dabei Östrogen und Progesteron, welche für die starke Unterdrückung der Achse und damit die Potenz- und Fruchtbarkeits-Nebenwirkungen, zu reduzieren. Dadurch kann der Körper wieder leichter seine eigene Testosteronproduktion wiederherstellen.

Aber auch wenn Nandrolon 4 Wochen vor dem Testosteron abgesetzt wird, ist ein anständiges Absetzen mit Tamoxifen und HCG sehr empfehlenswert.

 

➥Kombination mit anderen Steroiden

Nandrolon wird gerne in Phasen angewendet, in denen der Muskelaufbau im Vordergrund steht, man jedoch nicht „ripped“ werden möchte, wie in einer Wettkampfdiät. Je nach Genetik zieht Nandrolon nämlich Wasser und das macht es für den Einsatz in Diäten ungeeignet. In der Muskelaufbau bzw. Massephase kann Nandrolon jedoch seine Vorteile ausspielen. Es erhöht sehr stark die Proteinsynthese (anabole Wirkung) und „schmiert“ die Gelenke. In der Aufbau-Phase wird es gerne mit Testosteron, Dianabol oder auch Anapolon angewendet. Mit diesen Präparaten wird man in der Regel gute Kraftsprünge machen können. Durch die starke anabole Wirkung von Nandrolon kann dieser Kraftanstieg und damit der Muskelaufbaureiz dann in Muskelsubstanz „umgewandelt“ werden. Die gute Gelenkschmierung sorgt dafür, dass sind man ordentlich Gewicht auf die Hantel packen kann, ohne Gelenkschmerzen zu bekommen. Sogar bestehende Gelenkbeschwerden sollen durch die Einnahme von Nandrolon wesentlich besser werden.

 

➥Fazit

Nandrolon ist ein sehr bekanntes und wirkungsvolles Steroid. Es steigert in sehr starker Weise den Proteinstoffwechsel und wird deshalb gerne in Muskelaufbau-Phasen angewendet. Für eine Diät ist Nandrolon durch die, in der Regel, hohe Wasserspeicherung nicht geeignet. Zu beachten sind außerdem die negativen Auswirkungen auf Libido und Potenz, die bei manchen Athleten mehr und bei manchen Athleten weniger stark auftreten können. Das anabole androgene Steroid (AAS) Nandrolon ist durch seine geringen androgenen Eigenschaften auch für Frauen geeignet, wobei hier natürlich geringere Mengen zum Einsatz kommen. Wie bei allen Steroiden muss jedoch der Anwender selbst darüber entscheiden, ob er die Nebenwirkungen in Kauf nimmt und ob er bereit ist, eventuell Jahre nach der Einnahme, noch Spätfolgen zu erleiden.

Diese Spätfolgen sind nicht die akuten Nebenwirkungen, die reversibel sind, sondern sind gravierend betreffen häufig das Herz-Kreislauf-System und andere Organe. So kann es durch Steroidkonsum auch jahrelang nach der Einnahme noch zu einem Herzinfarkt kommen. Dies ist zwar abhängig von der Genetik, den Steroiden und der Dosierung – aber das Risiko dafür ist dennoch erhöht. Deshalb rate ich dir definitiv von Steroiden ab.

Quellen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15076791

Warum man keine Anabolika verwenden sollte