Erst einmal sollten wir klarstellen, was hier überhaupt mit Steroid-Nutzern gemeint sein soll. Viele Hobbysportler, die mit Anabolika dopen, kommen ganz legitim an ihren Stoff, den ihnen ihr Arzt verschreibt und verhalten sich somit überhaupt nicht illegal. Trotzdem sollte unterschieden werden zwischen Männern, die einen gravierenden Testosteronmangel haben und daher dringend auf die Gabe des männlichen Geschlechtshormons angewiesen sind. Sie leiden sonst unter schlechter Laune, Reizbarkeit und Schlafstörungen. Wem es hingegen standardmäßig gut geht und wer Steroide nur für den besseren Muskelaufbau nimmt, der betreibt letztendlich Doping im engeren Sinne. Hierbei werden in der Regel auch deutlich höhere Dosen verwendet als zu rein therapeutischen Zwecken.

Trotzdem gibt es sehr unterschiedliche Arten an Steroid-Nutzern, die du kennen solltest, um zu wissen, an was du bei ihnen bist.

Der gutgläubige Anfänger
Der gutgläubige Anfänger war die meiste Zeit seines Lebens eher unsportlich. Vielleicht war er auch mal übergewichtig, hat jetzt aber schon viel abgenommen und möchte nun Muskeln aufbauen. Er ist bereit, alles zu geben, will aber auch schnelle Erfolge für seine Mühen sehen. Schließlich macht er alles richtig: Training, Ernährung, zahlreiche Supplemente. Er verschlingt alles, was er an Infos zu Bodybuilding und Co. finden kann, steht aber gerade noch am Anfang und kann daher kaum fundiertes Fachwissen von Mythen und Broscience unterscheiden.

Zu Steroiden kommt der gutgläubige Anfänger meist durch gut Trainierte, die er im Fitnessstudio anspricht oder über dubiose Foren im Internet. Dort wird der Gebrauch meist verharmlost und er unterschätzt daher die gravierenden Nebenwirkungen, die Anabolika haben können.

Der „Gute“
Er ist die Art von Steroid-Nutzer, dem niemand wirklich böse sein kann. Der Gute ist meist schon etwas älter und verbringt den größten Teil seines Tages im Büro bei einem Job. Sport macht er schon seit seiner Jugend, ist aber mittlerweile so eingespannt, dass er keinesfalls mehr Zeit für Wettkämpfe hat.

Weil er aber eben schon immer sportlich war und das auch weiterhin sein möchte, hilft der Gute nun eben manchmal ein bisschen nach, um weiterhin etwas erfolgreicher als der Rest in seinem Fitnessstudio zu sein. Dabei setzt er den Stoff aber immer wohlüberlegt und sorgfältig dosiert ein, sodass kaum oder sogar keine Nebenwirkungen auftreten. Jemand, der das Studio nach typischen Anabolika Nutzern scannt, wird daher nur selten auf ihn aufmerksam, da er auch nicht mit seinen Leistungen angibt, sondern einfach sein Ding durchzieht.

Wenn ihn jemand, der ihn gut kennt, fragt, warum er so gut in Form ist, gibt der Gute seinen Steroid Konsum in der Regel offen zu – und man kann ihm dann eigentlich auch gar nicht böse sein, da er ja niemandem damit schadet.

Der „Betrüger“
Er setzt wissentlich verbotene Substanzen ein, um sich bei Wettkämpfen einen Vorteil zu verschaffen, beziehungsweise überhaupt eine Chance zu haben. Wenn sie ausschließlich an Events und Veranstaltungen teilnehmen, bei denen keine Dopingtests durchgeführt werden, rechtfertigen sie ihre Techniken mit diesem simplen Fakt. Denn wenn keine Tests durchgeführt werden, um verbotene Substanzen nachzuweisen, dann ist doch augenscheinlich alles erlaubt, oder?

Und selbst wenn Substanzen wie Steroide in den meisten Sportarten offiziell verboten sind: Gerade in der Leichtathletik oder dem Radrennsport ist Doping so weit verbreitet, dass doch sowieso jeder was nimmt. Also ist Doping dann doch nur gerecht, weil es schließlich jeder macht, oder? Der Betrüger rechtfertigt seinen Steroid-Konsum auf unzählige verschiedene Arten vor sich selbst und anderen, Hauptsache er muss sich nicht der Tatsache stellen, dass der Einsatz von Anabolika im Wettkampfsport unfair und illegal ist und er deswegen ein schlechtes Gewissen haben sollte.

Der „Angeber“
Der Angeber ist die Art von Person, die den meisten beim Stichwort Steroide sofort durch den Kopf schießt: Breit wie ein Schrank, aber leider nicht die hellste Kerze auf der Torte und voller vermeintlichem „Fachwissen“. Er ist natürlich ’natural‘ und hat deswegen mehr Erfolg als du, weil er einfach so viel härter arbeitet, trainiert und isst als alle anderen. Wenn er nicht im Gym ist, verbringt er seine Freizeit damit durch Clubs zu stolpern und Frauen hinterherzujagen – die sind zwar anfänglich von seinem guten Körperbau angezogen, müssen dann allerdings feststellen, dass das schon der einzige Vorzug an ihm ist.

Diesem Steroid-Nutzer geht es nicht um den Sport und den Lifestyle des Bodybuildings, er ist einfach nur auf Beachtung und Bewunderung aus. Letztendlich hat er nicht wirklich viel Ahnung von dem, was er tut und jagt einfach jedem Mittel hinterher, das ihm größere Muskeln, bessere Fitness und eine größere Libido verspricht – um endlich doch noch bei den Frauen landen zu können und die Anerkennung zu bekommen, die er verdient. Seine Minderwertigkeitskomplexe kompensiert er durch größere Muskeln um jeden Preis. Von den wissenschaftlichen Zusammenhängen und den Risiken hat er keine Ahnung – und sie sind ihm auch egal.

Sein Motto „Train Hard or Go Home“ hat er von seinem Lieblings-Youtuber übernommen, weil es so cool klingt, aber letztendlich sind das für den Angeber nur leere Worte. Wenn du dich mit ihm unterhältst, wirst du schnell merken, dass er nichts weiter als doofe Sprüche draufhat, dahinter aber nur eine große geistige und emotionale Leere wartet. Eigentlich sollten wir Menschen wie ihn bemitleiden, aber weil er allen so auf den Senkel geht, wünschen wir ihm ab und zu, dass er die lächerlich große Hantel jetzt endlich mal auf seinen Fuß fallen lässt. Mein Tipp: Mach um den Angeber einen großen Bogen und kümmre dich nicht weiter um ihn. Wenn er merkt, dass er von dir keine Bewunderung bekommt, wird er dich auch nicht länger behelligen.

Der „Social Media Clown“
Es ist eigentlich ganz logisch, denn von wem würdest du eher das neue Wunder-Supplement kaufen: Einem durchschnittlich aussehenden Pharmavertreter oder von einem super durchtrainierten und muskelbepackten Typen, der offensichtlich dank des Stoffes die Form seines Lebens hat? Natürlich überzeugt dich letzterer mehr von der Wirksamkeit seiner Wunderdiät, seines einzigartig effizienten Trainingsplans oder was auch immer er dir über Social Media verkaufen will. Natürlich sind dies die einzigen Mittel, die er nutzt – offiziell. Leider kommen die Muskelberge aber nicht von wahnsinnig überteuerten Pulvermischungen, sondern schlichtweg durch den Einsatz von Steroiden zustande. Aber das leugnet er natürlich vehement.

Ehrlich gesagt haben wahrscheinlich die meisten Coaches und Fitnesstrainer, die man da draußen findet, Steroide zumindest schonmal ausprobiert. Das macht sie aber noch lange nicht zum Typus des Social Media Clowns. Denn der hat eigentlich überhaupt keine Ahnung von der Materie und will nur schnelles Geld verdienen. Am Wohlbefinden seiner Kunden ist er nur solange interessiert, wie sie ein etwaiges Widerrufsrecht nutzen könnten – danach sind sie ihm komplett egal.

Wie du siehst, gibt es alles in allem nicht den typischen Steroid Nutzer, sondern eine Vielzahl verschiedener Motive und Beweggründe für den Einsatz von Anabolika. Je nach deiner persönlichen Moralvorstellung musst du Steroide auch nicht grundsätzlich verteufeln oder gut finden. Insgesamt kommt es wohl immer darauf an, ob die Sportler nur sich selbst durch etwaige Nebenwirkungen schaden oder auch anderen, weil sie sich einfach wie blöde Penner verhalten. Aber die hat es immer schon gegeben und wird es immer geben, egal ob Steroide legal sind oder nicht und wie leicht man an sie rankommt. Die Welt wäre deutlich einfacher, wenn Steroide in den Laboren blieben und ausschließlich zu medizinischen Zwecken genutzt würden.

Aber vor allem durch das Internet ist es heute so einfach wie noch nie, an illegale anabole Substanzen zu kommen und dementsprechend werden diese eben auch genutzt. Aber auch wenn es Steroide einfach legal an jeder Ecke zu kaufen gäbe, müssten wir wenigstens nicht mehr in tolle Natural Bodybuilder und verdammenswerte Stoffer unterteilen. Dabei gibt es weder gut noch böse, sondern vor allem das, was die Menschen daraus machen. Verurteile sie nicht, sondern erkenne ihre Motive und Beweggründe – und wenn es nun mal letztendlich Penner sind, die dir begegnen, dann geh ihnen aus dem Weg – egal ob sie Steroide nehmen oder nicht.

Die verschiedenen Typen von Steroid Nutzern
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Servus! 🙂 Ich bin Sebastian. Der Macher hinter dem Blog Muskelaufbau-Turbo. Seit über 15 Jahren begeisterter Fitnessfreak und ehemaliger Anabolika-Nutzer. Warum ich dir aber von Anabolika abrate und wie du dennoch einen geilen Körper bekommen kannst, all das und noch viel mehr erfährst du hier.

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